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Was die Krankenkasse wirklich kostet und was den Preis treibt
Artikel Gesundheitskosten

Was die Krankenkasse wirklich kostet und was den Preis treibt

Die Prämie ist nur ein Teil der Rechnung. Franchise, Selbstbehalt und Wahlentscheide bestimmen, was ein Haushalt im Jahr tatsächlich für seine Gesundheit bezahlt.

Andrea Caviezel 5 Min. Lesezeit

Die Prämie ist nur der sichtbare Teil

Was die Franchise im Alltag verschiebt

Die Wahl der Franchise ist der Hebel, den Versicherte am direktesten selbst bedienen. Eine hohe Franchise senkt die Prämie, verschiebt das Risiko aber auf den Haushalt: Wer im Jahr krank wird, zahlt bis zur gewählten Grenze alles aus eigener Tasche. Eine tiefe Franchise kostet mehr Prämie, schützt dafür vor grossen Einzelrechnungen.

Der Prämienrabatt der höchsten Franchise ist grösser als der Unterschied der Risiken bei vielen gesunden Personen, sonst würde sich das Modell nicht lohnen. Er lohnt sich aber nur, wenn ein Haushalt die Summe im Ernstfall auch auf der Seite hat. Ich sehe immer wieder Menschen, die wegen der Prämienersparnis die höchste Franchise wählen und dann auf einen Arztbesuch verzichten, weil das Geld knapp ist. Dann ist die Ersparnis keine, sondern ein aufgeschobenes Problem.

Wo die versteckten Kosten sitzen

Warum die Prämien Jahr für Jahr steigen

Die Prämien richten sich nach den Kosten, die die Krankenkassen im Kanton im Vorjahr für die Versicherten bezahlt haben. Steigen die Ausgaben für Spitäler, Ärzte, Medikamente und Pflege, schlägt sich das ein bis zwei Jahre später in der Prämie nieder. Das erklärt, warum die Kantone so unterschiedliche Preise haben, und warum Prämienregionen innerhalb eines Kantons auseinanderliegen können.

Treiber sind die älter werdende Bevölkerung, teurere Behandlungen und Geräte, die Zunahme von Leistungen insgesamt und der Umstand, dass die Menge an Behandlungen schneller wächst als die Löhne. Auch Reserven spielen eine Rolle: Haben Kassen zu wenig zurückgelegt, bauen sie diese über höhere Prämien wieder auf. Für die einzelne Familie ist das nicht beeinflussbar. Beeinflussbar ist nur, wie sie ihr eigenes Modell wählt.

Alternative Versicherungsmodelle und ihr Preis

Wie Sie die eigene Gesamtrechnung aufstellen

Am Ende hilft eine einfache Tabelle. Tragen Sie die zwölf Monatsprämien ein, dazu die gewählte Franchise als Höchstbetrag und den Selbstbehalt bis zur Obergrenze. Das ergibt den schlechtesten Fall des Jahres. Daneben stellen Sie die Kosten des letzten Jahres, die Sie tatsächlich bezahlt haben. So sehen Sie, wie weit Ihr Alltag vom Maximum entfernt liegt.

Wiederholen Sie die Rechnung für zwei oder drei Franchisen. Der Unterschied zwischen Prämienersparnis und möglichem Mehrbetrag zeigt, was die Wahl wirklich kostet. Wer das Maximum nicht aufbringen könnte, wählt vorsichtiger. Die Fristen für einen Wechsel laufen im Herbst, deshalb lohnt es sich, in diesen Wochen zu rechnen, statt auf die nächste Prämienmitteilung zu warten.

Die Krankenkasse kostet mehr als die Prämie, und was sie kostet, hängt von Franchise, Modell und dem eigenen Gesundheitsjahr ab. Wer die Gesamtsumme rechnet statt nur den Monatsbetrag, entscheidet nüchterner und erlebt weniger Überraschungen. Die Prämienentwicklung selbst bleibt ausserhalb der eigenen Reichweite, die Wahl der Franchise und des Modells dagegen nicht. Genau dort lohnt sich in diesen Wochen die Zeit.

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